BIOACID-Mitglieder trafen sich in Kiel zum „Kick-off“ (in German)

Deutsches Forschungsprojekt zur Ozeanversauerung geht in die zweite Phase

08.11.2012/Kiel. Wie reagieren marine Lebensgemeinschaften auf ansteigende Kohlendioxid-Konzentrationen im Wasser? Welche Konsequenzen haben die Veränderungen im Ökosystem auf die Stoff- und Energieumsätze im Meer? Mit welchen Folgen sollten Wirtschaft und Gesellschaft rechnen? Unter dem Dach von BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) untersuchen mehr als einhundert Wissenschaftler die Auswirkungen der Ozeanversauerung. Beim zweitägigen „Kick-off Meeting“ in Kiel wurden jetzt die geplanten Forschungsaktivitäten aufeinander abgestimmt und Verbindungen zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen gestärkt.

„In seiner zweiten Phase will BIOACID die gesamte Kette von den grundlegenden biologischen Mechanismen über die Reaktionen einzelner Organismen bis hin zu Effekten für das gesamte Ökosystem und schließlich für uns Menschen betrachten“, kündigt Ulf Riebesell, Professor für Biologische Ozeanographie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel an. Unter seiner Leitung schlossen sich im September 2009 14 deutsche Institute zusammen, um die dringendsten Fragen zur Ozeanversauerung zu beantworten. Seit September 2012 läuft die zweite, auf drei Jahre angelegte Projekt-Phase. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Arbeiten mit 8,77 Millionen Euro.

Verschiedene Freiland- und Labor-Experimente sollen zeigen, wie Lebensgemeinschaften reagieren, wenn wichtige Schlüsselarten durch Ozeanversauerung geschädigt werden und wie groß das Potential dieser Arten ist, sich langfristig daran anzupassen. Dabei geht es insbesondere auch um die Wechselwirkung verschiedener Stressfaktoren, wie Ozeanversauerung, Erwärmung, Überdüngung und Abnahme im Sauerstoffgehalt. Denn in der Kombination können die Faktoren weit stärkere Reaktionen auslösen als eine Summe der Einzelreaktionen.

Neu im BIOACID-Verbund sind Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, etwa von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Bremen. „Als wichtige ,Services‘ des Ozeans haben wir die Fischerei und die Kohlendioxid-Aufnahme ausgewählt“, erläutert Riebesell. „Anhand dieser Beispiele möchten wir aufzeigen, welche ökonomischen Folgen die Ozeanversauerung haben kann.“ Neben Simulationen und Berechnungen sind auch empirische Erhebungen geplant: Eine Expertengruppe wird Fischern und Vertretern der Fischereiwirtschaft verschiedene Zukunftsszenarien vorstellen und mit ihnen über Ansätze für ein verbessertes Fischereimanagement diskutieren.

„Nach dem ‚Kick-off‘ sind viele wissenschaftliche und organisatorische Fragen beantwortet, so dass die konkrete Umsetzung jetzt beginnen kann“, freut sich Projektkoordinator Riebesell. „Erste Experimente starten bereits in diesem Monat, im Januar beginnt eine fünfmonatige Studie mit den Kieler Mesokosmen. So können wir schon bald mit neuen, wichtigen Erkenntnissen zu den Auswirkungen des Ozeanwandels auf die Lebensgemeinschaften im Meer aufwarten.“

Links:
www.bioacid.de BIOACID-Homepage

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Ulf Riebesell (GEOMAR, FB2-BI), Tel.: 0431 600-4444, uriebesell@geomar.de
Maike Nicolai (GEOMAR Kommunikation & Medien) Tel.: 0431 600-2807, mnicolai@geomar.de
In Verbindung stehende Artikel:

Ozeanversauerung: Das andere Kohlendioxid-Problem

GEOMAR, 8 November 2012. Press release.


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